am 18. Februar 2009 - von Kosmetik-Blog abgelegt in Produkte
Die Faszination des Lippenstifts
In verschiedenen antiken Kulturen gab es schon Lippenfarben aus Honig, Wachs und Farbsäften, mit denen meistens die höfischen Damen für ausdrucksvolle rote Lippen sorgten. Nach einer Blütezeit der Lippenfarbe im barocken Europa wurde sie zur viktorianischen Zeit wieder in die Halbwelt verbannt, während sie in bürgerlichen Kreisen als ordinär galt. Lippenfarbe in Stiftform wurde erstmals 1883 auf der Weltausstellung in Amsterdam der Öffentlichkeit vorgestellt, rief aber in weiten Kreisen Naserümpfen hervor.
Ende des 19. Jahrhunderts wagten vereinzelte Theaterdiven Auftritte mit knallrot geschminkten Mündern, doch erst in den 20er Jahren verbreitete sich der Lippenstift auch außerhalb der Showbühnen und Nachtclubs. 1910 erfand die Firma Guerlain die Metallhülle, die den Weg der Lippenstifte in alle Handtaschen bahnte. Dadurch war Lippenfarbe eine saubere Sache geworden und verschmierte nicht mehr die Taschen und andere Utensilien. Nach dem 2. Weltkrieg sorgte schließlich der Drehlippenstift, den die Amerikaner nach Europa brachten, für den großen Durchbruch.
Obwohl professionelle Visagisten lieber mit Pinseln arbeiten, werden heute weltweit 23 Lippenstifte pro Sekunde verkauft. Inzwischen erregt roter Lippenstift zwar nicht mehr halb so viel Aufsehen wie vor 100 Jahren- aber: er kann immer noch in Sekundenschnelle graue Mäuse in Vamps verwandeln.
Dieser Eintrag wurde am 18. Februar 2009 um 11:12 veröffentlicht und in Produkte abgelegt. Sie können Kommentare zu diesem Beitrag per RSS oder Email (siehe unten) abonnieren Sie können einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback aus ihrem Blog absetzen.
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